Dieses Jahr ist ein ganz besonderes für mich, denn ich habe mich endlich entschlossen mich nebenberuflich selbstständig zu machen. Der Entschluss hat schon seit Jahren in mir geschlummert, nur wusste ich nicht was genau ich von meinen kreativen Aktivitäten gewerblich anbieten möchte. In den letzten Jahren hat sich die Portraitfotografie herauskristalisiert.


Also gedacht, gesagt, getan und endlich ein Gewerbe mit dem Namen rifty Visuals angemeldet.


Hier nun eine kleine (räusper - vielleicht doch nicht so kleine) Zusammenfassung, was dieses Jahr in meinem Unternehmen passiert ist.


Der Jahresanfang stand im Zeichen von Papierkram.

Der Januar und Februrar gingen für die Gewerbeanmeldung und Papierkram drauf. Es war mehr und hat auch länger gedauert, als ich erwartet habe. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine große Freundin von Bürokratie bin. Wer ist das schon? Aber Stück für Stück hab ich es weggerockt.


  • Genehmigung zur Nebenbeschäftigung vom Arbeitgeber
  • Gewerbeanmeldung
  • Bankkonto, Paypal, E-Mailadressen
  • Steuernummer beim Finanzamt
  • Etsy-shop eröffnet (dazu später mehr)
  • Umsatzsteuer-ID
  • Eintrag bei der Handelskammer
  • Versicherung bei der Berufsgenossenschaft


Puh!!! Wusste ich vorher gar nicht, was da auf mich zukommt. Und falls ihr Fragen habt zum Formular vom Antrag der Steuernummer, dann fragt wen anders. Ich hab nämlich schon wieder alles vergessen.


Ebenfalls im Januar habe ich eine kleine Auftragsillustration und ein kleines Kippbild fertiggestellt. Zu der Zeit dachte ich naiverweise, dass ich einen Etsy-Shop eröffnen könnte - parallel zu der Fotografie. Spoiler: Daraus ist bisher nichts geworden.

Mentoring bei Viktoria

Ende Februar hatte ich ein Mentoring bei einer Fotografin. Es war ein Angebot genau zur richtigen Zeit, was ich auf keinen Fall ausschlagen konnte. Es war sehr hilfreich! Ich habe Antworten auf meine konkreten Fragen bekommen. Wie gehe ich die Webseite an? Außerdem Verträge, Zielgruppe, Tipps zur Fotografie. Monate später habe ich vor allem die Infos zur Webseite umgesetzt.

Es gab auch unbequeme Wahrheiten! Ich solle mich auf die Fotografie fokussieren und das Zeichnen Hobby sein lassen. Puh! Daran habe ich ganz schön verdaut. Anfangs wollte ich es nicht wahrhaben. Allerdings hat die Realität Viktoria recht gegeben. Im Endeffekt habe ich den Fokus doch auf die Portraitfotografie gelegt. Bei der Website bin ich bisher ganz nach Lehrbuch Nischen-mäßig unterwegs.


Nur den Insta-Kanal will ich so chaotisch beibehalten. Ein Kanal zu nur einem Thema würde mich selbst zu Tode langweilen.

Orientierungsphase (die noch nicht beendet ist)

Im März hatte ich ein Neugeborenen-Shooting. Es hat Spaß gemacht und war anstrengend. Es hat mir bestätigt, dass ich Newborn-Shootings nicht bewerben möchte. Für Freunde und Familie gerne, für unbekannte Kunden – neee!  Und der Preis muss auch angezogen werden.


Im Laufe des Jahres habe ich auch mehrere Anfragen für Hochzeiten bekommen. Auch da bin ich mir ganz sicher: einfach nein! Ich habe alle Hochzeitsanfragen freundlich abgelehnt und andere tolle Hochzeitsfotografen empfohlen, die den Job mit Sicherheit viel besser erledigen können als ich.


Ende März habe ich Businessportraits in einem kleinen Unternehmen gemacht. Auf dem Programm standen Mitarbeiterfotos und typische Arbeitssituationen vor Ort. Es hat Spaß gemacht und war anstrengend. Im Gegensatz zu dem Newborn-Shooting hat die Erfahrung mir gezeigt: genau das will ich anbieten! Warum? Ich liebe es einfach! Die Aufgabe ist ganz klar, ich habe einen konkreten klaren Bild-Look vor Augen. Keine Unsicherheit. In dem Moment weiß ich ganz genau, was zu tun ist. Dazu kommt die Arbeit mit den Menschen. Ich muss auf jeden individuell eingehen und anders anleiten, um zum Ergebnis vor meinem inneren Auge zu kommen. In dem Moment bin ich im kreativen Flow.


Beispiele von meinen liebsten Business-Portraits findet ihr in meiner Galerie.

Herzensprojekt: Mental health month

Die ersten Bilder für dieses Projekt sind schon im November 2021 entstanden. Damals war die Idee zum Projekt noch nicht geboren. Ich wollte mit Doppelbelichtungen experimentieren und habe mich mit Kristine getroffen, die in ihrem Blog und Insta-Kanal über ihre Depressionen und Dissoziationen schreibt. Ihre Beiträge haben bei mir Bilder im Kopf ausgelöst, die ich unbedingt umsetzen wollte. Und dieses Shooting war ein Meilenstein - ein Durchbruch! Gefühlt zum ersten Mal habe ich mit der Fotografie meine Visionen umgesetzt. Der Prozess war für mich ähnlich wie beim Malen: ich habe das Bild in meiner Vorstellung komponiert und dann mit Kristine umgesetzt. Ich bin so dankbar und happy über dieses Shooting.


Am nächsten Tag habe ich Doppelbelichtungen mit meiner Freundin gemacht. Da hatte ich keine konkreten Visionen, wir haben einfach experimentiert. Dabei sind auch sehr starke Bilder entstanden. Thematisch gingen sie auch in die Richtung „innere Kämpfe“. Und plötzlich war die Idee zum Mental Health Month geboren. Bis zum Mai wollte ich unbedingt eine komplette Serie mit solchen Bildern erschaffen und bei Insta veröffentlichen.


Systematisch habe ich die Monate bis zum Mai genutzt und das Projekt vorbereitet. Im Februar entstanden die Selbstportraits zum Thema „inneres Kind“. Dann habe ich beschlossen, dass ich nicht nur Frauen dabeihaben will und habe meinen Mann, Bruder und guten Freund ins Boot geholt. Insgesamt 8 Shootings, davon 3 Selbstportrait-Sessions und 5 mit anderen habe ich bis Mai umgesetzt.

Dissoziation-Nebelwege-Doppelbelichtung

Doppelbelichtung von Kristine zum Thema: Dissoziation

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Selbstportrait und Doppelbelichtung zum Thema: Inneres Kind

Doppelbelichtung-kreatives-Portrait-Langenfeld

Doppelbelichtung von Arnold zum Thema: Alltagsmaske

Im Mai wurde fleißig gepostet, getextet und Blicke hinter die Kulissen gegeben. Posts, Stories, Reels – das volle Programm. Es war anstrengend! Mir fällt es schwer, mich auf ein Thema so lange zu fokussieren. Wer kennt nicht die Zweifel zwischendurch: Wofür der ganze Aufwand? Doch manchmal habe ich von Leuten in real life gehört, dass sie mitfiebern. Das hat mich bestärkt mich durchzubeißen. Das Ergebnis könnt ihr auf meinem Insta-Kanal sehen.



Am Ende war ich mächtig stolz! Und für mich ist das Projekt nicht abgeschlossen. Es gibt immer noch Ideen, die nicht umgesetzt sind. Es gibt sogar schon Fotos! Wahrscheinlich wird es im nächsten Mai wieder etwas geben. Langfristig will ich sowas auch als Leistung anbieten. Wenn du Lust hast mit mir deine „inneren Kämpfe“ zu visualisieren, dann schreib mir gerne!

Eurocature 2022 in Wien

Der ursprüngliche Plan war es an der Eurocature im März 2020 teilzunehmen. Große Vorfreude, Flug und Hotel gebucht. Und dann wissen wir alle, was passiert ist: Corona! Nach mehrfachem Verschieben und Absagen war es im Juni 2022 endlich soweit. Das internationale Treffen der Karikaturisten in Wien. Balsam für die Seele! Man trifft so viele tolle Menschen (wieder). 2018 war ich auch schon mal dabei. Wie damals habe ich diesmal auch gehofft, irgendwie wieder in den Karikatur-Modus zu kommen. Auch diesmal hat es nicht nachhaltig funktioniert. Aber egal! Es hat sich trotzdem gelohnt. Ich habe brav alle Live-Aktionen mitgemacht, den Vorträgen aufmerksam zugehört, bei einem sogar Tränchen vergossen und sogar spontan selber einen Vortrag gehalten.



Für die Ausstellung am Ende fertigen die Teilnehmer ein oder mehrere Kunstwerke zu einem Thema an. Schnell habe ich beschlossen eine Doppelbelichtung statt einer Karikatur zu machen. Systematisch wie ich manchmal bin, habe ich also wieder das Bild in meiner Vorstellung komponiert und mit Bernd umgesetzt. Ich bin immer noch sehr stolz auf das Ergebnis!

Ein paar Impressionen der Eurocature:

Meine Website

Im Juni habe ich mit der Arbeit an meiner Website angefangen. Der Anfang erinnerte mich an den Papierkram im Januar:

  • Domain kaufen
  • mit Website-Builder auseinandersetzen
  • SSL-Zertifikat
  • Impressum & Datenschutzerklärung
  • Google-Analytics
  • Unternehmen bei Google eintragen


Ich wusste nicht, was ich da tat! Mein Mann hat mich zum Glück unterstützt. Und bei der Datenschutzerklärung habe ich ein paar Verzweiflungstränen vergossen. Puh! Was man so alles auf sich nimmt!



Dann kam der spaßige Teil: der Inhalt. Schnell wurde mir klar, dass die Seite rund wird, wenn ich mich auf eine Richtung fokussiere. Das Texten habe ich mit meinen Aktivitäten bei Insta schon ordentlich geübt. Über SEO hab ich mich auch schlau gelesen. Im August war es soweit: ich habe die erste Version veröffentlicht. Im Hintergrund habe ich natürlich ständig daran weitergearbeitet. Die Über-Mich-Seite hat eine große Überarbeitung im November bekommen. Im Dezember kam ein One-Pager auf Englisch. Im Moment sammle ich Kundenstimmen bei Google und für die Website. Im nächsten Jahr möchte ich zusätzlich zu den Bewerbungsbildern unbedingt Portraits integrieren.

Bilanz 2022

Wollte ich mit meinem Unternehmen nicht schon viel weiter sein? Es kommt mir alles sooo langsam vor! Andererseits ist im Hintergrund so viel passiert. Der Rückblick hilft total sichtbar zu machen, was alles geschafft ist. Auch mein Gefühl, dass ich viel zu wenig fotografiert habe, stimmt bei näherer Betrachtung nicht. Babybauchfotos im September, Oktober und Dezember, die alle nicht unterschiedlicher hätten sein können. Businessportraits im August und Dezember. Zahlreiche Portraitquickies und sehr viele Selbstportraitsessions.


Manche Sessions waren bezahlt, manche nicht. Manche sind immernoch nicht bearbeitet (nur die unbezahlten!). Für Januar habe ich mir eine große Inventur vorgenommen um den großen Bearbeitungsstau endlich abzuarbeiten. Wenn du also auf Bilder von mir wartest: mit großer Wahrschenlichkeit bekommst du sie in den nächsten Wochen.


Die kleine Graphik unten macht klar: ich mach viel, was weder hier noch bei Insta sichtbar ist und ich mach mehr, als ich bezahlt bekomme. Das soll sich in Zukunft ändern. Mal schauen, ob das klappt.


Wer es bis hierhin gelesen hat: Wow! Du hast meinen Respekt, vielen Dank für die Aufmerksamkeit!!!

Zu welchem Thema möchtest du mehr wissen? Vielleicht schreibe ich einen Beitrag drüber, diesmal kürzer - versprochen!